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DIE RUINE DER KLOSTERKIRCHE Die heutige Ruine der 1250 errichteten Franziskaner Klosterkirche befindet sich zwischen Klosterstraße und nahe an der östlich verlaufenden Berliner Stadtmauer. Die Klosterruine ist neben der Nikolai- und Marienkirche ein Zeugnis früher sakraler Backsteingotik in Berlin und ist in dieser Bedeutung noch heute in seiner ursprünglichen Gestalt erlebbar. Als Grabmalskirche der brandenburgischen Landesherren ist sie die älteste Fürstengrabstätte Berlins und somit Zeitzeuge der Geschichte der Stadt Berlin. Der ursprüngliche Kirchenbau war eine Saalkirche aus Feldstein, ihre Reste sind heute in der Nordwand erhalten. Sie wurde um 1300 durch die markgräfliche Bauhütte nach Vorbildem des Brandenburger Domes sowie des Lehniner Zisterzienserklosters mit rotem Backstein zu einer dreischiffigen gewölbten Pfeilerbasilika mit langgestrecktem einschiffigem Chorhals umgebaut. Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Klosterkirche ein polygonaler Chorabschluß angefügt sowie an der Nordseite des Gotteshauses eine großer Klosterkomplex mit zwei Höfen. |
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Die Kirche hat in ihrer langjährigen Geschichte einige verschiedene Nutzungen, Restaurierungen und Umbauten erfahren. Im Zuge der Reformation und Säkularisierung wurde das Kloster geschlossen und als Komlager genutzt. Von 1571 bis 1584 richtete in den klösterlichen Gemäuern der Alchimist und kurfürstliche Leibarzt Leonhard Thurnheißer vom Thurm (1530-1596) ein Laboratorium und die erste Druckerei Berlins ein. Im Jahre 1574 entstand auf Wunsch des Kurfürsten Johann Georg das "Gymnasium zum Grauen Kloster", benannt nach den grauen Kutten der Franziskaner. Dieses Gymnasium entwickelte sich bis zum 19. Jahrhundert zur ersten bürgerlichen Bildungsanstalt Berlins, in welcher viete wichtige Vertreter der deutschen Geschichte wie u.a. Karl Friedrich Schinkel, Fürst Otto von Bismarck und Erich Rathenau ihre Bildung erhielten.
Von 1842 bis 1845 wurde das äußere Erscheinungsbild
der Klosterkirche durch Anbauten an der Westfassade entscheidend verändert
und entstellt. Das Aufsetzen eines hohen Dachreiters über dem Westgiebel
und die beiden schmalen achteckigen Türme, die die Fassade des Westgiebels
flankierten, entsprachen nicht den Ordensregetn der Franziskaner, die
den Turmbau verboten, und verfalschten die Aussage des historischen Bauwerkes. Diese einschneidenden Veränderungen wurden, mit Ausnahme der Sakristei, von 1926 bis 1930 mit Hilfe der alten Baupläne wieder zurückgenommen und die Kirche wieder in ihren ursprünglichen Zustand vor 1842 zurückgeführt. |
estgiebel 1942 |
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| Ende des zweiten
Weltkrieges wurden die Franziskanerkirche und die Klosteranlagen durch die
Bombenangriffe der Alliierten schwer getroffen und zum größten Teil zerstört.
Erst in der zweiten Hälfte der 50er Jahre wurde die Ruinen der Klosterkirche
und des Klostergebäudes von ihren Trümmem befreit. In den 60er Jahren wurden
die verbliebenen Gebäudeteile der Kirche wie die Westfront, die Nordmauer,
der Chor, die Sakristei und die Teile der Klostennauem als Ruine gesichert.
Später jedoch wurde aufgrund von Straßenbaumaßnahmen die Ruine des Klostergebäudes
abgetragen, das Gelände eingeebnet und in eine Grünanlage umgestaltet. Die
Ruine der Klosterkirche wurde seit ihrer Sicherung als Ausstellungs- und
Veranstaltungsort genutzt. 1982 wurde die Ruine der Klosterkirche erneut saniert. Ab 1986 wurde die Ruine von Ostberliner Bildhauern, und nach 1989 durch den 1992 von Berliner Künstlern gegründeten Förderverein Klosterruine e.V. als Ausstellungsort genutzt. Bildhauer aus dem Ost- und Westteil der Stadt gestalteten die 1994 eröffnete Skulpturenausstellung ‚Innen und Außen’. Jährliche Freiraumveranstaltungen, Lesungen, Theateraufführungen und Ausstellungsprojekte sollen dafür sorgen, daß dieser kulturhistorische Ort wieder begehbar und erlebbar wird. Zum Konzept des Fördervereins gehört die Sicherung und Konservierung der historischen Bausubstanz und die Funktion als ein Schnittpunkt zwischen dem erhabenen Berliner Baudenkmal und der Präsentation zeitgenössischer Kunst. Ab 2003 wurde die Ruine der Klosterkirche für zwei Jahre zur Schau-Baustelle. In diesem Zeitraum wurden die notwendigsten Maßnahmen zur Sicherung der historischen Bausubstanz durchgeführt. Während der Bauarbeiten fanden zahlreiche Kulturveranstaltungen des Fördervereins statt. Die Sicherung und Konservierung konnte 2004, nach langer Vorbereitung des Sicherungskonzeptes abgeschlossen werden. Ab 2005 werden in der Ruine der Klosterkirche, dem „Gotischen Torso Berlin - Mitte“, wieder jährliche Kulturprojekte durch den Förderverein Klosterruine e.V. veranstaltet. Ziel ist, diesen kulturhistorischen Berliner Ort wieder zu einem Berliner Kulturtreffpunkt werden zu lassen. |
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